Online-Vorlesungen homeschooling

Online-Vorlesungen aus dem Bett und Klausuren im WG-Zimmer

Online-Vorlesungen aus dem Bett und Klausuren im WG-Zimmer

Heute gibt es die 3. Folge unserer „Homeschooling“-Reihe. Auch diesmal wieder ein Gastbeitrag, allerdings heute von einer Studentin, die seit über einem Jahr Online-Vorlesungen hat. Wir hoffen auch hier wieder ein wenig euren Horizont zu erweitern und zu zeigen, wie die Pandemie Menschen in verschiedensten Lebensabschnitten und -Situationen betrifft. Viel Spaß beim Lesen!

Nur wenige meiner Kommilitonen sind begeistert von der neuen Art zu studieren, mich eingeschlossen. Am Anfang war es noch „chillig“. Einfach aufstehen, im Bett die erste Vorlesung hören, unter der Dusche die Zweite und beim Kochen die Dritte. Nach über einem Jahr ist es allerdings nicht mehr so chillig… Ich wohne in einer WG, was bedeutet, dass sich nun mein ganzes Leben in einem Zimmer abspielt. 24 Stunden die gleichen vier Wände, aber fangen wir mal von vorne an.

Wie sieht mein Alltag aus?

Der Wecker klingelt, ich mache mir schnell die Haare zusammen, koche mir einen Kaffee und setzte mich an meinen Schreibtisch. Online-Vorlesungen aus dem Bett hören funktioniert für mich nicht mehr, zu oft eingeschlafen. Ich höre die erste Vorlesung und Frühstücke dann in der nächsten. Meistens gibt es dann eine kleine Pause und dann geht es weiter, je nach dem welcher Tag bis 20:00 Uhr.

Wie ich eben schon sagte, am Anfang war es „chillig“, denn natürlich gibt es einige positive Aspekte. Die Vorlesungen können teilweise mehrmals, von überall und zu jeder Zeit gehört werden. Außerdem hat man deutlich mehr Freizeit, da die Fahrzeit wegfällt. Auch bei der Arbeit ist deutlich mehr Flexibilität gegeben. Diese Vorteile sind auf jeden Fall für ein Semester mal eine willkommene Abwechslung, mittlerweile sehe ich die Dinge jedoch ein wenig anders. Meine persönliche Konzentrationsspanne ist wesentlich geringer und ich lasse mich auch schneller ablenken. Zu dem läuft nicht immer alles wie in den Medien dargestellt. Ich habe einige Professoren, die keine Online-Vorlesungen anbieten, sondern einfach nur Material bereitstellen, dass man sich dann selbst beibringen muss. Das dabei nicht der gleiche Lerneffekt erzielt werden kann, erklärt sich von selbst.

Online-Klausur vs. Nachbarskinder

Ein anderes Thema sind die Klausuren von zu Hause. Alle Klausuren sind Open-Book Klausuren, was bedeutet, dass die eigenen Unterlagen benutzt werden dürfen, deshalb wird der Schwierigkeitsgrad jedoch erhöht. Kamera oder Mikrofon mussten wir nicht anmachen. Zu Hause in einen Prüfungsmodus zu kommen, fällt mir persönlich sehr schwer und die Geräuschkulisse ist einfach eine andere. Jeder der mal eine Klausur geschrieben hat weiß, dass es so Standard Klausurgeräusche gibt. Einer fragt ständig etwas, ein anderer geht dauernd zur Toilette und der Nächste räuspert sich, jedoch sind dies gewohnte Geräusche. Der Körper steht unter einem anderen Stresslevel und deshalb kann man sich trotzdem konzentrieren. Wenn jedoch der Nachbar plötzlich laut Musik hört, die Nachbarskinder schreien und ein Anderer anfängt seine Bilder aufzuhängen, ist es ziemlich unmöglich die Klausur genauso gut zu schreiben wie in der Uni.

Im ersten Corona-Semester konnten wir die Klausuren noch in Präsenz schrieben, im Zweiten haben wir diese dann von zu Hause geschrieben, was auch dieses Semester wieder so sein wird und ich hoffe, dass es danach bergauf geht. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen werde, aber ich freue mich schon darauf, bald wieder in einem Hörsaal zu sitzen.

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  1. […] war Teil 2 unserer Blog-Reihe „Homeschooling“. Lest euch auch die nächste Folge […]

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